Damals wars, der Feind stand noch im Westen, Heere bewegten sich noch auf dem
Lande, als dicke Mauern und große Bunker noch vermeintlichen Schutz boten,
erdachten findige Militärstrategen Mittel und Methoden zur Verteidigung der
wichtigsten Rüstungsbetriebe rund um die Stadt Spandau und deren Zitadelle. In dem Gedanken, daß befestigte und gut mit Artillerie bestückte Stellungen
Heere zum Stillstand bringen könnten, wurden vier Forts
rund um Spandau geplant. Verteilt in der Distanz der Schussweite damaliger
Kanonen, sollten diese vorgelagerten Forts den Feind auf
"Abstand" halten.
Man begann mit dem Bau des Forts Hahneberg. Schon während
der Bauzeit 1882-1888 wurde klar, daß durch die Erfindung der Brisanzgranaten (1883) der Zweck des Forts nicht
erfüllt werden konnte. Auch unterirdische Stellungen und Bunker waren nun durch
Beschuss zu erreichen und zu zerstören. Der Bau der anderen 3 Forts war
hinfällig. Das Fort wurde dennoch bis in das Jahr 1945 militärisch genutzt. Aber in
kämpferische Gefechte wurde das Fort nicht verwickelt. Es diente zu jeder Zeit
als Ausbildungskaserne.
Auch wenn es heute noch anders aussieht, die
Zerstörungen wurden erst nach Kriegsende eingebracht, als Baumaterial in den
angrenzenden Gemeinden knapp war. In der Zeit zwischen 1952 und 1990 war das
Fort ungenutzt, so das sich eine einmalige Ruinenlandschaft entwickelte. Die
Gebäude verfielen und die Natur eroberte sich Stück für Stück Ihren Platz
zurück.
Seit 1990 versucht man mit
ehrenamtlicher Arbeit das Fort vor dem Verfall zu schützen und wieder
aufzubauen. Innerhalb des Forts haben sich auf Grund der Abgeschiedenheit und der
klimatischen Bedingungen höhlenähnliche Biotope in den Gewölben und Tunneln gebildet. Das konstante
Kleinklima bietet vielen Höhlenbewohnern einen Unterschlupf. Mehrere Arten von
Fledermäusen aus einem Umkreis von ca. 50 Kilometern nutzen das Fort als
Winterquartier. Aber auch der vom Aussterben bedrohte Höhlenspanner und der
gefährdete Dunkelkäfer haben hier ein zu Hause gefunden. An Pflanzen ist die
seltene rot blühende Akazie zu erwähnen, die Ende August/Anfang September ein
wahres Naturschauspiel bietet.
Bitte beachten Sie, daß das Fort nur mit Führungen zu
besichtigen ist. Diese sehr informativen Führungen finden um 11.00, 12.30, 14.00
und 15.30 Uhr statt und dauern ca. 90 Minuten.
Leider müssen wir erwähnen, daß der Zufahrtsweg,
der aus losem Sand besteht, sehr beschwerlich ist. Auch sind innerhalb des Forts
einige Sehenswürdigkeiten nicht für Rollstuhlfahrer geeignet und damit nicht zu
besichtigen.
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