Die Zitadelle ist das älteste Gebäude in Berlin, abgesehen von kirchlichen Gebäuden. Im 9.Jahrhundert wurden die ersten Siedlungen im Bereich der heutigen Zitadelle erbaut. Die ersten Befestigungsanlagen wurden wahrscheinlich um 1050 erbaut.

Der 31 Meter hohe Juliusturm wurde wahrscheinlich im 13.Jahrhundert gebaut. Die Herkunft des Namen Juliusturm ist nicht genau bekannt. Man nimmt an, dass er zu früheren Zeiten Judenturm genannt wurde, da der Lehnsmann Markgraf Ludwig der Römer Jude war. Im Laufe der Zeit soll daraus Juliusturm geworden sein. Karl Friedrich Schinkel entwarf den Zinnenkranz, der nachträglich angebracht wurde. Von 1874-1919 lagerte im Juliusturm ein Teil des Kriegsschatzes aus dem Krieg 1870/71. Um den Schatz zu sichern, wurde der Turm umgebaut. Die aus dem Jahre 1910 stammende imposante Tresortür wiegt 3000 kg. Im 15. Jahrhundert erbaute man den Palas und eine Ringmauer. Die Überreste der Mauer können Sie an der östlichen Seite betrachten. Die Kernburg wurde in der Regierungszeit von Joachim II. zur Zitadelle und nach dem Stil der Hochrenaissance umgebaut. Im Jahre 1594 wurde der Bau von dem italienischen Festungsbauer Rochus Guerini zu Lynar beendet. Die Zitadelle war nicht nur der Witwensitz von Brandenburgs Kurfürstinnen, sondern diente auch als Staatsgefängnis. So wurde hier die "schöne Gießerin", Geliebte des Kurfürsten Joachim II., nach seinem Tode inhaftiert. Sie starb nach 4 Jahren Haft und soll als "weiße Frau" umhergeistern. Unter anderem gehörten Staatsminister Danckelmann, Kammergerichtsrat Neumann und Turnvater Jahn zu den Insassen dieses Staatsgefängnisses. 1879 wurde dann das Festungsgefängnis in der Wilhelmstrasse fertig gestellt, seither wurden dort die Gefangenen inhaftiert.

Ab 1935 wurde auf der Zitadelle ein Herresgaslaboratorium eingerichtet. Die Bevölkerung durfte zu dieser Zeit die Zitadelle nicht betreten, da mit Giftgas experimentiert wurde. Diese Experimente sind dafür verantwortlich, dass die Zitadelle bis vor kurzer Zeit nicht vollständig besichtigt werden konnte.

Im Hof der Zitadelle befindet sich das ehemalige Zeughaus, welches heute das Stadtgeschichtliche Museum beherbergt. In der Anlage der Zitadelle fühlen sich nicht nur viele Arbeitsgruppen wohl, sondern auch die Fledermäuse. Ab Oktober können leider nicht alle Bereiche der Zitadelle besichtigt werden, da die Zitadelle Europas größtes Winterquartier für Fledermäuse ist.

Die Zitadelle hat noch einen außergewöhnlichen Genuss zu bieten. Wer nach einem Rundgang mit oder ohne Führung Hunger oder Durst verspürt, sollte in die Zitadellenschänke einkehren.

Mehr Informationen zu der Gaststätte finden Sie unter:

www.historische-gaststaetten.de.

Und mehr über die Zitadelle unter: www.zitadelle-spandau.de.