Rudolf Heinrich Zille

  Rudolf Heinrich Zille wurde am 10.Januar 1858 in Radeburg bei Dresden geboren. Sein Vater Johann Traugott Zill (ab 1854: Zille) war Uhrmacher und Feinmechaniker und mit Ernestine Louise (geb. Heinitz. verheiratet. 1867 erfolgt der Umzug der Familie nach Berlin. Im Jahre 1872 beendet Zille seine Schulausbildung und beginnt eine Ausbildung als Lithograph. Während seiner Ausbildung nimmt er privaten Zeichenunterricht. Drei Jahre später wird er bei der Photographischen Gesellschaft Berlin angestellt. In den Jahren 1880/1882 absolvierte er seinen Militärdienst in Frankfurt/Oder und Sonneburg. Er ehelicht die Lehrerstochter Hulda Frieske im Jahre 1883 und bekam mit ihr insgesamt 3 Kinder. Seine ersten Arbeiten veröffentlicht er bereits 1883. Bei der Ausstellung Berliner Secession stellt Zille neben Max Liebermann, Käthe Kollwitz seine Werke aus und wird 1903 Mitglied in dem selbigen Künstlerkreis. Des Weiteren veröffentlicht er seine Werke im "Simplicissimus", "Jugend" und "Die lustigen Blätter". Nachdem Zille von der Photographischen Gesellschaft Berlin nach 30-jährigen Zugehörigkeit gekündigt wurde, arbeitete er nur noch freischaffend. Der Bilderband "Kinder der Straße" und weitere Mappenzeichnungen erscheinen 1908. Zille wurde durch seine hervorragenden Zeichen aus dem so genannten Berliner Milieu bekannt. Er zeichnete mit "spitzer" Feder die sozialen Gegebenheiten der Gesellschaft. Die Bevölkerung nannte ihn liebevoll "Pinselheinrich" oder "Vater Zille". Im Jahre 1913 erscheinen nicht nur seine Bildbände "Mein Milljöh", die Zyklen "Hurengespräche" und "Berliner Luft", sondern er wird Vorstandsmitglied der "Freien Secession", diese hat sich aus der Berliner Secession gebildet. Auf Vorschlag Max Liebermanns wird er im Jahre 1924 in die Akademie der Künste aufgenommen und gleichzeitig wird ihm der Professorentitel verliehen. Zu seinem 70. Geburtstag 1928 wird eine Retrospektive "Zilles Werdegang" im Märkischen Museum veröffentlicht. 7.August 1929 stirbt "Pinselheinrich" in Berlin Charlottenburg und wird mit einem Ehrenbegräbnis auf dem Stahnsdorfer Friedhof bestattet. Dieses Grab können Sie auf dem Südwestkirchhof besichtigen.