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| Im Jahre 1540 wurde die protestantische Kirchenordnung in Brandenburg-Preußen
eingeführt und damit war der katholische Glaube und Gottesdienst unter Strafe
verboten. König Friedrich II. von Preußen, auch bekannt als Friedrich der Große,
hob dieses Verbot teilweise im Jahre 1746 auf. Er erteilte die Genehmigung zum
Bau einer katholischen Kirche in Berlin. Ausschlaggebend dafür waren die in den
schlesischen Kriegen (1740-1745) eroberten katholischen Gebiete. Dies brachte
ihn zu der Überlegung in seiner Residenzstadt einen Kirchenbau zu genehmigen.
Auch mit dem Patronat, welches der König bestimmte, verbannt er politische
Überlegungen. Als Patronin Schleswigs wurde die heilige Herzogin Hedwig als
Patronin des Baues vom König ausgewählt. Der Bau sollte sich dem "forum
fredericianum" einfügen, so verfügte der König als Vorbild das antike Pantheon.
Das Pantheon war ein unter Kaiser Hadrian errichteter und allen Göttern
geweihter Tempelbau.
Die Entwürfe wurden von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff angefertigt, als Baumeister wurde
Johann Boumann d. Ä. verpflichten, ach dem der ursprüngliche Baumeister Jean
Laurent Leggeay nach einer Auseinandersetzung mit Friedrich II. das Land
verlassen musste. Die Finanzierung war Sache der Gemeinde.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 17.Juli 1747. Im Jahre 1755 musste aus Geldmangel der Bau unterbrochen und konnte erst im Jahre 1773 weitergeführt werden. Zum Fest Allerheiligen, am 1. November1773, wurde die Kirchweih vollzogen. Dies geschah durch Fürstbischof von Ermland Ignacy Krasicki, ein bedeutender polnischer Schriftsteller und häufiger Gast bei Friedrich II.. Bei der Kirchweih war die Kirche aber nur unvollständig, der Kuppelbau über dem kleinen Rundbau fehlte, das Dach der großen Kuppel war nur provisorisch mit roten Schindeln gedeckt und das Giebelfeld war noch nicht fertig gestellt. Am 16.Juli 1821 wurden die katholischen Pfarreien Berlin, Potsdam, Spandau, Frankfurt/Oder, Stralsund und Stettin zu einem eigenen kirchlichen Gebiet zusammengefasst. Papst Pius VII unterstellte dieses Gebiet dem Fürstbischof von Bresslau. Diese Delegatur wurde durch den jeweiligen Probst von St.Hedwig geleitet. Der Bau wurde in den Jahre 1883-1887 fertig gestellt. Bei dieser Gelegenheit wurde der Innenraum erneuert. Am 13. August 1930 wurde das Bistum Berlin auf dem Gebiet der Delegatur gegründet. Das entsprach den 1929 getroffenen Vereinbarungen zwischen dem heiligem Stuhl und Preußen. In den Jahren 1930-1932 wurde die Kirche zur Kathedrale des Bistums nach Prof. Clemens Holzmeister umgebaut. Die Firma Johannes Klais aus Bonn baute die Orgel. Vom 10. November 1938 an schließt der Domprobst Lichtenberg an sein tägliches Abendgebet eine Fürbitte um die verfolgten Juden an. In den ersten beiden Märztagen des Jahres 1943 wird die Kathedrale durch britische Brandbomben bis auf die Umfassungsmauern zerstört. 1952 beginnt der Wiederaufbau der St.Hedwig-Kathedrale. Die Innengestaltung erfolgt nach Plänen von Prof. Hans Schwippert. 1953 wird die zu dieser Zeit weltweit größte Stahlbetonkuppel errichtet. Der Hochaltar wurde am 1. November 1963 durch den Bischof von Berlin, Erzbischof Dr. Alfred Bengsch eingeweiht. Die Gebeine von Domprobst Lichtenberg wurden von dem St.Hedwigs-Friedhof in die Unterkirche der St.Hedwigs-Kathedrale umgebettet. Am 29.Januar1978 wurde eine neue Orgel eingeweiht, diese stammte wie die im Krieg zerstörte Orgel von der Firma Klais. Das päpstliche Dokument, welches die Errichtung der Kirchenprovinz Berlin und die Erhebung zum Erzbistum verkündet, wurde am 27.August 1997 verlesen. Papst Johannis Paul II. betete am Nachmittag des 23.Juni 1996 in der Krypta von St.Hedwig, am Grab des Domprobstes. Er hatte am Vormittag im Berliner Olympiastadium der Domprobst Lichtenberg und Münsteraner Diakon Karl Leisner selig gesprochen. |
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