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Bilder 66 Jahre Bärenzwinger

Einen Tag nach der 700 Jahrfeier Berlins im Jahre 1937 wurde ein Brief von Wilfried Bade in der "BZ am Mittag" veröffentlicht.

Unter anderem stand in diesem Brief.:
"700 Jahre tanzt nun der Berliner Bär und die Berliner sind immer stolz gewesen auf ihr braves Wappentier. Warum nur muß es immer nur auf Siegeln leben, Urkunden, Fahnentüchern und Wappen? Nein, wir Berliner wollen was Lebendiges, wir, die Einwohner der lebendigsten Stadt. Und so wollen wir, so hoffen wir, so bitten wir uns nachträglich ein Geburtstagsgeschenk aus, einen richtigen lebendigen, brummenden, tanzenden, schönen Petz.
Ein Bär, ein Bärchen meinetwegen, dem wir Zucker geben können oder sonst etwas, der ans Gitter kommt und die großen Pfoten durch die Stäbe steckt und der eine lange rote Zunge hat und eben der Berliner Bär ist.
Vielleicht könnte man ihm ein schönes Freigehege bauen, im Tiergarten oder am Großen Stern, vielleicht auch direkt vor dem Schloß oder am Rathaus, da wo jeder Berliner vorbeikommt? Unser Wappentier, unser Bär!
Vielleicht - warum soll es nur einer sein - sucht Vaterbär sich eine Bärenfrau? Und vielleicht kugeln eines Tages ein paar süße kleine Bärenkinder im Zwinger? Berliner Bärenkinder, unsere Berliner Bärenkinder, die wir schrecklich verwöhnen können, und die auch tanzen lernen, brummen und aufrecht gehen, lustig gravitätisch, wie eben ein Berliner Wappentier zu gehen hat."

Neben seinem Brief übermittelte Wilfried Bade auch 10 Reichsmark als Anzahlung für einen Bären, diese wurden vom Verlag auf die Spende für einen Bären aufgestockt.

Von der Stadt Bern (Wappentier - ein Bär) erhielt die Stadt Berlin nachträglich zur 700 Jahrfeier eine Bärin (Leni) geschenkt. Nun musste schnell ein Platz für diese (nun) 2 Bären gefunden werden. Viele Schwierigkeiten waren zu überwinden, so zum Beispiel hatte Reichsminister Göbbels in einer Erklärung bekanntgegeben, "daß er vorläufig keine Errichtung eines Bärenzwingers wünscht und auch ein geheimer Reichserlaß zur Zeit bestehe, der die Errichtung solcher Bauten nicht zuließe". Klar, in solchen Zeiten.

Aber durch das Engagement des Bürgermeisters Dr. Lippert und die politischen Umstände war es möglich, mit den Bauarbeiten 1938 im Köllnischen Park doch zu beginnen. 1939 wurde der Zwinger hier fertig gestellt.
Bilder zur 66 Jahrfeier (2005) gibt es hier zu sehen. =>zur 66 Jahrfeier = klick!

Nach Abschluss der Bauarbeiten kamen dann der Bär Urs und die Bärin Vreni aus Bern in den Zwinger. Die ursprüngliche Bärin Leni war schon zu alt, verzögernde Bürokratie auch damals also schon.

Die Bären überlebten die Bombenangriffe bis 1945, leider wurden sie Opfer der Straßenkämpfe. Die einzig Überlebende Bärin kam in den Berliner Zoologischen Garten, dort hatten nur 92 Tiere insgesamt überlebt.

Der Bärenzwinger wurde mit Sand aufgefüllt und diente den Kindern der Nachbarschaft als Spielplatz.  

Im Jahre 1949 kamen dann wieder zwei Bären in Berlin an. Beide wiederum aus Bern und wieder auf Initiative einer Zeitung. So wurde der Bärenzwinger im Köllnischen Park wieder belebt. Nante und Jette sorgten im Laufe der Jahre für reichlich Nachwuchs.

Im Laufe der letzten Jahre verbesserten sich auch die Lebensbedingungen für diese Tiere, die in Freiheit riesige Waldgebiete durchwandern. So wurde der ursprüngliche Betonfußboden herausgenommen und durch die verschiedensten Materialien ersetzt, von denen sich jedoch nur Rinde durchsetzte. Etwas "Vegetation" wurde eingesetzt, damit die Bären wenigstens etwas Schutz, Schatten und Rückzugsmöglichkeit haben. Im Haus selber wurde auch viel modernisiert, unter anderem mit Fußbodenheizung unter den Käfigen.

Der momentan letzte amtierende Berliner Stadtbär war Tilo, weil ein Stadtbär männlich sein soll. Er lebte nur 17 Jahre, obwohl Bären bis zu 40 Jahre alt werden können. Tilo musste leider am 12. April 2007 wegen Lymphknotenkrebses eingeschläfert werden.
Da wir Tilo selbst erlebt haben, können wir berichten, daß er ein "pfiffiger" und freundlicher Bär war.
Pfiffig, weil er bereits 1993 erkannte, dass es Zeit für Nachwuchs wäre. Um so wichtiger, als er 1993 kastriert wurde!
So bekamen seine Gefährtin Schnute 1994 die Drillinge Atze, Piefke und Rieke (Bilder in der Galerie), sowie die zweite Bärin im Gehege Maxi ihre Zwillinge Alex und Bärolina.
Freundlich, weil er für Ordnung in seinem Auslauf sorgte. Jedes (mit Absicht) liegen gelassene Werkzeug (wie Zange, Ball, Handfeger) brachte er brav zu seiner Pflegerin, um es gegen Leckerlie einzutauschen. Auch den Besuchern lieferte er manche Show bei den Fütterungen und Geburtstagen.

Die Stadtbären waren:

  Urs 1939-1945
  Nante 1949-1979
  Taps 1981-1989
  Tilo 1990-2007

 

Der Bärenzwinger befindet sich direkt neben (hinter) dem Märkischen Museum.

Verbindung:  
S-Bahnhof Jannowitzbrücke  
U-Bahnhöfe Märkisches Museum U2
Heinrich-Heine-Straße U8


Zu sehen sind die Bären:  
In der Zeit von April bis September von 8:00 - 17:00 Uhr
In der Zeit von Oktober bis März von 9:00 - 15:00 Uhr
   
und hier in der Galerie immer!  
   
Fütterung: Täglich um 12:30 Uhr
 

weitere Informationen finden Sie unter www.berliner-baer.de